Bei Exchange Traded Funds (ETFs) gibt es zwei Hauptarten, wie Erträge behandelt werden: ausschüttende ETFs und thesaurierende ETFs. Beide Varianten verfolgen denselben Anlagezweck, unterscheiden sich aber darin, was mit den Erträgen – also Dividenden und Zinsen– passiert. Wenn du verstehen willst, wie sich diese Unterschiede auf den Vermögensaufbau und die Steuer auswirken, lohnt sich ein genauer Blick.
Ausschüttende ETFs
Bei ausschüttenden ETFs bekommst du die Erträge regelmäßig ausgezahlt – meist einmal im Jahr oder quartalsweise. Dabei kann es sich um Dividenden von Aktien oder Zinsen aus Anleihen handeln. Das Geld landet direkt auf deinem Konto, und du kannst selbst entscheiden, ob du es wieder anlegst oder anderweitig nutzt.
Diese Variante eignet sich für Anleger, die regelmäßig Cashflow erhalten möchten, etwa zur Aufstockung ihres Einkommens. Bekannte Indizes mit ausschüttenden Varianten sind etwa der MSCI World oder der DAX in ihrer Income-Variante. Mehr dazu findest du unter ETF-Ausschüttungen verstehen.
Thesaurierende ETFs
Thesaurierende ETFs hingegen behalten die Erträge im Fonds. Statt einer Auszahlung werden Dividenden oder Zinsen direkt wieder investiert. Dadurch erhöht sich langfristig der Wert deiner Anteile, und du profitierst vom Zinseszinseffekt.
Diese Variante ist vor allem dann sinnvoll, wenn dein Fokus auf langfristigem Kapitalwachstum liegt oder du regelmäßig sparen möchtest, ohne dich selbst um Reinvestitionen kümmern zu müssen.
Ein Beispiel: Wenn ein ETF 2 % Dividende pro Jahr erzielt, wird dieser Betrag automatisch reinvestiert und erhöht das Fondsvolumen, was wiederum künftige Renditen weiter steigern kann. Siehe dazu auch ETF-Wachstumsstrategien erklärt.
Steuerliche Unterschiede
Wichtig ist die steuerliche Behandlung:
- In Deutschland unterliegen sowohl ausschüttende als auch thesaurierende ETFs der Abgeltungssteuer.
- Bei thesaurierenden Fonds werden sogenannte Vorabpauschalen berücksichtigt, um sicherzustellen, dass Erträge nicht gänzlich steuerfrei wachsen.
- Nähere Infos findest du bei offiziellen Stellen wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder auf InvestingNavi – ETF-Steuerübersicht.
Vorteile beider Varianten im Überblick
Ausschüttende ETFs:
- Regelmäßige Ausschüttungen in bar
- Transparente Ertragsentwicklung
- Ideal für Anleger, die laufende Erträge bevorzugen
Thesaurierende ETFs:
- Automatische Wiederanlage von Erträgen
- Kein manueller Aufwand für Reinvestitionen
- Langfristiger Zinseszinseffekt
Beide Typen können in einer gut durchdachten ETF-Strategie sinnvoll integriert werden – entscheidend ist, ob du laufende Auszahlungen oder langfristige Wachstumsdynamik bevorzugst.
FAQ: Ausschüttend vs. Thesaurierend
Was ist der entscheidende Unterschied zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs?
Ausschüttende ETFs zahlen Erträge direkt an dich aus, thesaurierende legen diese automatisch wieder im Fonds an.
→ Mehr: ETF-Grundlagen
Welches Modell nutzt den Zinseszinseffekt besser?
Thesaurierende ETFs, weil die Erträge automatisch wieder angelegt werden und so langfristig zusätzlich Rendite erwirtschaften.
→ Siehe: Zinseszinseffekt erklärt
Wie werden thesaurierende ETFs in Deutschland besteuert?
Auch thesaurierende ETFs unterliegen der Abgeltungssteuer. Die Steuer wird über eine jährliche Vorabpauschale berücksichtigt.
Kann ich zwischen beiden Varianten wechseln?
Ein Wechsel ist nur durch Verkauf deiner ETF-Anteile und anschließenden Neukauf möglich. Dabei können steuerpflichtige Gewinne anfallen.
Gibt es steuerfreie Thesaurierungen?
In Deutschland nicht vollständig – Erträge gelten grundsätzlich als steuerpflichtig. Steuerbefreiungen gelten nur innerhalb bestimmter Freibeträge.
→ Quelle: Bundesministerium der Finanzen
Hinweis: Dieser Artikel im Grundlagen-Bereich von InvestingNavi dient ausschließlich der grundlegenden Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung, kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
