Finanzwoche vom 15.–19. September 2025
In der Woche vom 15. bis 19. September 2025 waren es vor allem geldpolitische Entwicklungen, neue Höchststände an den Börsen und überraschende Impulse aus Japan, die das Bild dominierten. Während die Märkte mit steigender Unsicherheit über Inflation und Zinsen rangen, sorgten zudem große Themen wie die US-Handelspolitik und Kapitalflüsse für besondere Aufmerksamkeit. Im folgenden Überblick findest du die wichtigsten Entwicklungen und Hintergründe sowie Informationen, die Anleger jetzt kennen sollten.
Die Fed senkt die Zinsen und die Märkte reagieren positiv.
Die US-Notenbank (Fed) hat zum ersten Mal seit 2025 die Zinsen gesenkt – um 0,25 Prozentpunkte auf 4,00–4,25 %. Diese Maßnahme erzeugte Optimismus, dass weitere Zinssenkungen möglich sind, insbesondere, wenn sich der Arbeitsmarkt weiter abschwächt.
Die Aktienindizes S&P 500, Nasdaq und Dow Jones erreichten neue Höchststände. Dies ist auf die Hoffnung auf günstigeres Kapital und eine stabilere Stimmung bei Unternehmen zurückzuführen.
Japan kündigt Ausstieg aus ETF-Aufkäufen an
Die Bank of Japan hat die Märkte mit dem Plan überrascht, einen Teil ihrer umfangreichen Bestände an ETFs und Immobilien-REITs (J-REITs), die sie seit Jahren in großen Mengen hält, zu verkaufen.
Damit signalisiert Japan einen Schritt weg von der extrem lockeren Geldpolitik. Zwar bleiben die Zinsen unverändert, doch diese Richtungsänderung führte zu einem erhöhten Risikoappetit an den japanischen Aktienmärkten.
Kapitalabflüsse und Bewertungsdilemma
Trotz positiver Nachrichten haben globale Aktienfonds in der Woche bis zum 17. September erhebliche Abflüsse erlebt: Laut Reuters verließen über 38,6 Milliarden US-Dollar den Aktienmarkt. Besonders betroffen waren US-Aktienfonds.
Analysten warnen, dass die starke Rally und die historisch hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) das Risiko von Rücksetzern erhöhen.
Weitere bedeutende Themen
- US-Banken nahmen Mittel aus der Fed-Repo-Facility in Höhe von ca. 1,5 Mrd. USD auf. Dies deutet auf kurzfristige Liquiditätsengpässe hin, die beispielsweise im Zusammenhang mit Steuerzahlungen und Schuldenabrechnungen stehen könnten.
- Das Verhältnis zwischen den USA und China hat sich leicht verbessert: Fortschritte in den Gesprächen über ein TikTok-Abkommen und positive Signale wirken sich positiv auf Risikoaktien aus.
- Der Immobiliensektor in den USA könnte von der neuen Zinslage profitieren, insbesondere Bauunternehmen würden von fallenden Hypothekenzinsen profitieren.
Was Anleger jetzt beachten sollten
Zinsstruktur und Inflationsrisiken: Auch wenn die Fed den Leitzins senkt, bleiben die Inflationszahlen und die Langfrist-Renditen (z. B. die Rendite 10-jähriger Treasuries) kritisch, da sie die Mortgageraten und Finanzierungskosten stark beeinflussen.
Bewertungsspannen: Besonders Technologieaktien und Small Caps könnten anfällig sein, wenn die Euphorie nachlässt oder entgegenstehende Wirtschaftsdaten auftauchen.
Risiko aus Japan und Asien: Änderungen bei der japanischen Geldpolitik könnten regionale Kapitalflüsse beeinflussen. Zudem muss beobachtet werden, wie sich die asiatischen Märkte im globalen Umfeld positionieren.
Liquidität und Berichte: Steuerzahlungen, Unternehmensgewinne und Wirtschaftsberichte – vor allem Inflationsdaten – bleiben entscheidend für die Richtung der Märkte.



