Rally, Handel & Zinswende

Rally, Handel & Zinswende – KW 44 2025

Finanzmärkte im Quartals-Push (27.–31. Oktober 2025) 

In der Woche vom 27. bis 31. Oktober 2025 standen die Finanzmärkte unter dem Einfluss einer Dreifach-Dynamik: Erstens gab es eine starke Rally bei US-Aktien, die durch Handelssignale mit China und kräftige Tech-Gewinne angetrieben wurde. Zweitens gab es eine reale Zinswende durch die Federal Reserve (Fed), die den Leitzins senkte, aber gleichzeitig vor weiteren Schritten warnte. Drittens herrschte anhaltende Unsicherheit durch geopolitische und wirtschaftliche Datenlücken („Shutdown“) in den USA. Diese Kombination führte zu Rekordständen, aber auch zu einer latenten Vorsicht bei den Anlegern. 

Rekordhochs und Tech-Schub

Am Montag, dem 27. Oktober, erreichten die großen US-Indizes, darunter der S&P 500, der Dow Jones Industrial Average und der Nasdaq Composite, erneut neue Schluss- und Tageshöchststände. Hauptantrieb waren die Hoffnung auf ein Handelsabkommen zwischen den USA und China sowie die positiven Erwartungen gegenüber Tech-Aktien.

Insgesamt schlossen die Märkte am Freitag mit wöchentlichen und monatlichen Gewinnen: etwa +0,7 % beim S&P 500, +0,8 % beim Dow Jones und +2,2 % beim Nasdaq Composite. 

Handelspolitik und China

Die Märkte reagierten positiv auf die Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Gespräche über seltene Erden, Sojabohnenimporte und mögliche Zollreduzierungen stützten das Vertrauen, dass zumindest vorerst eine Eskalation vermieden wird. 

Diese Signale führten zu einer Rückkehr von Investitionsgeldern in Aktien und andere risikoreiche Anlagen.

Zinswende und Fed-Entscheidung

Die Fed senkte den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf eine Spanne von etwa 3,75–4,00 %. Gleichzeitig machte sie jedoch deutlich, dass weitere Senkungen nicht als sicher gelten.

Zudem kündigte sie das Ende des sogenannten „Quantitative Tightening“ (QT) an. Die Reduktion ihrer Bilanzsumme wird zum 1. Dezember eingestellt. 

Anleihen, Rohstoffe und Währungen

Die Anleihemärkte reagierten auf die Wende der Fed und die Aussetzung des QT: Die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen stiegen leicht an, was auf ein raueres Umfeld hindeutet. 

Rohstoffe wie Gold gaben im Wochenverlauf etwas nach – der Rückgang der Handelsängste und die gestiegene Zinsstruktur belasteten den sicheren Hafen. 

Auch der US-Dollar zeigte relative Stärke, da der Anreiz für sofortige Zinssenkungen gedämpft wurde.

Die Gewinnsaison der „Big Tech“ geht weiter – jedes enttäuschende Ergebnis könnte das ohnehin fragile Vertrauen belasten. 

Die geopolitischen Unsicherheiten bleiben bestehen. Der US-Regierungs-Shutdown verzögert wichtige Datenfreigaben, wie etwa den Arbeitsmarktbericht, wodurch sich die Situation für die Märkte beim Navigieren durch die Daten verschlechtert. 

Handelspolitische Verträge und deren Rahmenbedingungen bleiben im Fokus, etwa zwischen den USA und China, aber auch zwischen Japan und Europa.

Die Zinslandschaft und die Anleihenvolatilität könnten erneut Ansatzpunkte für Marktbewegungen bieten, insbesondere wenn Daten schlechter als erwartet ausfallen.

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