Anleihen, auch Rentenpapiere oder Bonds genannt, sind Schuldverschreibungen, mit denen Emittenten – also Unternehmen, Staaten oder Institutionen – Geld von Anlegern aufnehmen. Du gibst dem Emittenten im Grunde einen Kredit, und erhältst dafür regelmäßige Zinszahlungen (Kupons) sowie die Rückzahlung des Nennwerts am Ende der Laufzeit.
Wesentliche Merkmale einer Anleihe
Emittent
Je nach Emittent – ob Unternehmen, Regierung oder supranationale Organisation – unterscheiden sich Risiken und Bonität. Staatsanleihen aus wirtschaftlich stabilen Ländern gelten oft als sicherer als Unternehmensanleihen aus risikoreicheren Branchen.
Laufzeit
Anleihen haben eine feste Laufzeit, die wenige Jahre oder mehrere Jahrzehnte betragen kann. Am Ende erfolgt die Rückzahlung des Nennwerts.
Kupon
Der Kupon ist deine regelmäßige Zinszahlung, meist jährlich oder halbjährlich, angegeben als Prozentsatz vom Nennwert.
Verzinsung
Es gibt festverzinsliche und variabel verzinsliche Anleihen. Bei variabler Verzinsung orientieren sich die Kupons oft an einem Referenzzinssatz wie dem Euribor oder der Rendite vergleichbarer Anleihen.
Bonität
Ratingagenturen wie Moody’s, S&P und Fitch bewertet die Kreditwürdigkeit des Emittenten. Höhere Bonität = niedrigeres Risiko, aber meist auch geringere Rendite.
Handel am Sekundärmarkt
Anleihen kannst du auch vor Ablauf ihrer Laufzeit verkaufen. Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage und kann über oder unter dem Nennwert liegen.
Chancen und Risiken
Anleihen bieten dir regelmäßige Zinszahlungen und die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals. Dennoch gibt es Risiken:
- Kreditrisiko: Der Emittent könnte zahlungsunfähig werden.
- Zinsänderungsrisiko: Steigende Marktzinsen können den Kurs deiner Anleihe senken.
- Liquiditätsrisiko: Bei geringer Handelbarkeit kannst du Anleihen vor Fälligkeit nur schwer oder unter Wert verkaufen.
Es lohnt sich, vor einer Investition die Merkmale, Risiken und die Fondsbeschreibung oder Emissionsdetails zu prüfen.
FAQ: Anleihen verstehen
Was ist der Unterschied zwischen Staats- und Unternehmensanleihen?
Staatsanleihen werden von Regierungen ausgegeben und gelten meist als sicherer, Unternehmensanleihen meist mit höherem Risiko und potenziell höherer Rendite.
→ Mehr: Anlageformen erklärt
Was bedeutet Kupon genau?
Der Kupon ist die festgelegte Zinszahlung, die du als Anleger regelmäßig für den Besitz der Anleihe erhältst.
→ Siehe: Zinsen verstehen
Wie beeinflussen Zinsen den Wert von Anleihen?
Wenn die Marktzinsen steigen, sinkt oft der Kurs von älteren Anleihen mit niedrigerem Kupon – und umgekehrt.
Kann ich Anleihen vor Ende der Laufzeit verkaufen?
Ja, über den Sekundärmarkt – abhängig von Liquidität und Marktpreisen.
→ Siehe: Primärmarkt und Sekundärmarkt
Wo finde ich offizielle Informationen zu Anleihen?
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
- Deutsche Börse AG
- Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA)
Hinweis: Dieser Artikel im Grundlagen-Bereich von InvestingNavi dient ausschließlich der grundlegenden Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung, kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
