Call-Option einfach erklärt

Was ist eine Call-Option?

Eine Call-Option ist ein Derivat, das dem Käufer das Recht, aber nicht die Verpflichtung, gibt, einen Basiswert zu einem festgelegten Ausübungspreis innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen. Dieses Recht kann je nach Optionsart entweder nur am Laufzeitende (europäische Option) oder jederzeit bis zum Verfall (amerikanische Option) ausgeübt werden.

Funktionsweise einer Call-Option

Der Käufer zahlt beim Erwerb der Option eine Optionsprämie an den Verkäufer (Stillhalter). Wenn der Marktpreis des Basiswerts über den Strike steigt, kann der Käufer den Basiswert günstig erwerben und ihn teurer am Markt verkaufen. Erwartet wird ein Kursanstieg – somit ist die Call-Option ein bullisches Instrument. Mehr zu den Preisfaktoren findest du in unserem Beitrag zur Optionspreisbildung.

Short Call Strategie

Ein Short Call bezeichnet den Verkauf einer Call-Option ohne den zugrunde liegenden Basiswert zu besitzen (ungedeckter Call). Diese Strategie wird eingesetzt, wenn du stagnierende oder fallende Kurse erwartest und sofortige Einnahmen aus der Prämie generieren möchtest. Steigt der Kurs jedoch deutlich, kann der Verlust theoretisch unbegrenzt sein, da du verpflichtet bist, den Basiswert zum Strike zu liefern, auch wenn der Marktpreis höher liegt.

Der Short Call ist deshalb nur für sehr erfahrene Trader geeignet. Einen Überblick der Risiken findest du bei der BaFin.

Long Call Strategie

Ein Long Call ist der Kauf einer Call-Option. Damit sicherst du dir das Recht, den Basiswert zum Strike zu erwerben. Er ist besonders attraktiv bei erwarteten Kursanstiegen, da der Gewinn theoretisch unbegrenzt sein kann, während das Verlustrisiko auf die gezahlte Prämie begrenzt ist. Viele nutzen den Long Call auch zur Spekulation auf kurzfristige Marktbewegungen bei überschaubarem Kapitaleinsatz.

Ein praxisorientierter Vergleich zwischen Long und Short Call findest du bei der Investopedia.

Wichtige Einflussfaktoren auf den Optionspreis

Der Preis einer Call-Option wird beeinflusst durch den aktuellen Kurs des Basiswerts, den Strike, die Restlaufzeit, die Volatilität des Basiswerts sowie Zins- und Dividendensätze. Die Kombination dieser Faktoren wird oft mit dem Black-Scholes-Modell oder ähnlichen Bewertungsverfahren kalkuliert.

Wann ist eine Call-Option im Geld?

Eine Call-Option ist im Geld (in-the-money), wenn der Marktpreis des Basiswerts über dem Strike liegt. Dadurch hat sie einen positiven inneren Wert. Mehr dazu findest du im Artikel zu In-the-Money-Optionen.

Was ist der maximale Verlust beim Long Call?

Der maximale Verlust beim Long Call ist auf die gezahlte Prämie begrenzt. Auch bei stark fallenden Kursen kann kein höherer Verlust entstehen. Mehr dazu liest du in Optionen verstehen.

Warum ist der Short Call riskanter?

Der Short Call birgt theoretisch unbegrenztes Verlustrisiko, da der Marktpreis des Basiswerts stark steigen kann. Du musst den Basiswert dann zu einem günstigeren Strike liefern, was zu hohen Verlusten führen kann. Lies mehr dazu in unserem Beitrag zu Stillhalterstrategien.

Hinweis: Dieser Artikel im Grundlagen-Bereich von InvestingNavi dient ausschließlich der grundlegenden Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung, kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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