Das Delta einer Option erklärt

Was ist das Delta einer Option?

Das Delta ist eine zentrale Kennzahl im Optionshandel und gehört zu den sogenannten „Griechen“. Es misst, wie stark sich der Preis einer Option ändert, wenn sich der Kurs des zugrunde liegenden Basiswerts (Underlying) verändert. Mit anderen Worten: Das Delta zeigt, wie sensitiv der Optionspreis auf Marktbewegungen reagiert.

Das Delta wird als Dezimalwert zwischen -1 und 1 angegeben. Es stellt die Veränderung des Optionspreises pro Einheit Kursänderung des Underlyings dar.

Bedeutung und Interpretation des Delta-Wertes

Ein Delta von 1 bedeutet, dass sich der Optionspreis in gleichem Maße wie der Basiswert bewegt – ein Anstieg des Aktienkurses um 1 Euro führt also zu einem Anstieg des Optionspreises um 1 Euro. Ein Delta von 0,5 bedeutet, dass sich der Optionspreis nur um 0,5 Euro verändert, wenn der Basiswert um 1 Euro steigt oder fällt. Bei einem Delta von -1 bewegt sich die Option entgegengesetzt zum Basiswert: Steigt die Aktie um 1 Euro, fällt der Optionspreis um 1 Euro.

Delta von Call- und Put-Optionen

Das Delta unterscheidet sich bei Call-Optionen und Put-Optionen grundsätzlich:

– Call-Optionen haben ein Delta zwischen 0 und +1. Eine tief im Geld liegende Call-Option hat ein Delta nahe 1, während eine aus dem Geld liegende Option ein Delta nahe 0 aufweist.
– Put-Optionen haben ein Delta zwischen 0 und -1. Tief im Geld befindliche Puts bewegen sich fast spiegelbildlich zum Basiswert (Delta ≈ -1), während aus dem Geld liegende Optionen kaum reagieren (Delta ≈ 0).

Veränderung des Delta im Zeitverlauf

Das Delta ist keine feste Größe – es ändert sich mit jeder Kursbewegung und mit der verbleibenden Laufzeit der Option. Wenn der Basiswert näher an den Ausübungspreis rückt, steigt das Delta einer Call-Option typischerweise an, während das Delta einer Put-Option in Richtung 0 tendiert. Diese Veränderungsrate wird als „Gamma“ bezeichnet.

Ein hohes Delta signalisiert eine starke Korrelation mit dem Basiswert, während ein geringes Delta auf eine geringe Empfindlichkeit des Optionspreises hindeutet. Weitere Einblicke in die Wechselwirkung von Delta und Gamma findest du bei der Investopedia.

Praxisbeispiel: Anwendung im Trading

Angenommen, eine Call-Option auf eine Aktie hat ein Delta von 0,6. Steigt der Aktienkurs um 1 Euro, erhöht sich der Preis der Option um 0,60 Euro. Bei einer Put-Option mit Delta -0,4 würde der Optionspreis in diesem Fall um 0,40 Euro fallen.

Trader nutzen das Delta häufig zur Berechnung ihrer Marktposition. Ein Delta von 0,5 bei einer Option auf 100 Aktien bedeutet, dass die Option einem Äquivalent von 50 Aktien entspricht. Dieses Konzept wird auch als „Delta-Hedging“ eingesetzt, um Portfolios gegen Kursbewegungen abzusichern. Mehr dazu findest du im Beitrag zu Risikomanagement bei Optionen.

Was sagt ein Delta von 0,5 aus?

Ein Delta von 0,5 bedeutet, dass die Option zur Hälfte an den Kursveränderungen des Basiswerts teilnimmt. Es zeigt zudem eine etwa 50%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Option zum Laufzeitende im Geld endet. Weitere Infos findest du im Artikel zu In-the-Money-Optionen.

Warum ist das Delta wichtig?

Das Delta hilft Tradern, die Sensitivität und das Risiko ihrer Optionspositionen einzuschätzen. Es bildet die Grundlage für die Berechnung der Gesamtmarktexposition eines Portfolios. Lies mehr im Leitfaden zu Optionen.

Wie unterscheidet sich Delta bei Calls und Puts?

Calls haben positive Deltas, da sie von steigenden Kursen profitieren, während Puts negative Deltas aufweisen, da sie bei fallenden Kursen an Wert gewinnen. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du im Beitrag zu Put-Optionen.

Hinweis: Dieser Artikel im Grundlagen-Bereich von InvestingNavi dient ausschließlich der grundlegenden Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung, kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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