Der innere Wert einer Option

Was ist der innere Wert einer Option?

Der innere Wert einer Option beschreibt den Wert, den die Option hätte, wenn sie unmittelbar ausgeübt würde. Er basiert ausschließlich auf der Differenz zwischen dem aktuellen Marktpreis des Basiswerts und dem Ausübungspreis und ignoriert Faktoren wie zukünftige Kurschancen oder Restlaufzeit.

Innerer Wert bei Call- und Put-Optionen

Call-Option: Der innere Wert ist positiv, wenn der Marktpreis des Basiswerts über dem Strike liegt. Er entspricht der Differenz zwischen Marktpreis und Ausübungspreis. Beispiel: Marktpreis 55 €, Strike 50 € → innerer Wert = 5 €.

Put-Option: Der innere Wert ist positiv, wenn der Marktpreis unter dem Strike liegt. Er entspricht der Differenz zwischen Ausübungspreis und Marktpreis. Beispiel: Marktpreis 45 €, Strike 50 € → innerer Wert = 5 €.

Eine anschauliche Darstellung zu diesen Konzepten findest du bei der Investopedia.

Wann ist der innere Wert null?

Liegt der Kurs des Basiswerts gleich oder nahe dem Ausübungspreis, ist der innere Wert null oder sehr gering. In diesem Fall besteht der Optionspreis fast ausschließlich aus dem Zeitwert – also der Prämie für das Recht, zukünftige Kursbewegungen zu nutzen.

Im Geld liegende Optionen haben einen positiven inneren Wert, während aus dem Geld liegende Optionen einen inneren Wert von null haben.

Innerer Wert vs. tatsächlicher Optionspreis

Der innere Wert ist nicht gleichzusetzen mit dem tatsächlichen Marktpreis der Option (Optionsprämie). Der Marktpreis setzt sich aus dem inneren Wert plus Zeitwert zusammen. Weitere Einflussfaktoren sind Volatilität, Restlaufzeit und Zinssätze. Daher kann eine Option deutlich mehr kosten, als ihr reiner innerer Wert vermuten lässt.

Bedeutung für Trader

Für Trader ist der innere Wert entscheidend, um den „echten“ wirtschaftlichen Vorteil einer Optionsausübung zu erkennen. Er hilft bei der Einschätzung, ob sich eine Ausübung lohnt oder ob der Handel der Option am Markt sinnvoller ist, um auch den verbleibenden Zeitwert zu nutzen.

FAQ

Wie berechnet man den inneren Wert?

Der innere Wert einer Call-Option = max(0, Marktpreis – Strike). Der innere Wert einer Put-Option = max(0, Strike – Marktpreis). Lies mehr im Leitfaden zu Call-Optionen und Put-Optionen.

Warum ist der Zeitwert wichtig?

Der Zeitwert repräsentiert das Potenzial für zukünftige Gewinne durch Kursbewegungen. Selbst wenn der innere Wert null ist, kann eine Option aufgrund von Volatilität oder Restlaufzeit einen hohen Preis haben. Siehe dazu Einflussfaktoren auf den Optionspreis.

Wann lohnt sich die Ausübung?

Eine Ausübung lohnt sich oft nur, wenn der innere Wert hoch genug ist, um den Wertverlust des Zeitwerts zu rechtfertigen. Andernfalls kann der Verkauf der Option am Markt sinnvoller sein. Mehr dazu im Artikel zur Ausübung von Optionen.

Hinweis: Dieser Artikel im Grundlagen-Bereich von InvestingNavi dient ausschließlich der grundlegenden Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung, kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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